Nadine Christmann

Zertifizierte Traumafachberaterin & Traumapädagogin (DeGPT/BAG-TP)

Traumabehandlung bei Säuglingen,

Kleinkindern und Kindern im (Vor-) Schulalter

 

Je nach Alter des Kindes können Symptome einer Traumatisierung sehr unterschiedlich zum Ausdruck kommen. Säuglinge, die z.B. einen komplizierten Geburtsverlauf, notfallmedizinische Eingriffe oder eine Trennung von der Mutter erleiden mussten, zeigen häufig Auffälligkeiten wie vermehrtes Schreien, Schlafstörungen und Schwierigkeiten beim Stillen.

 

Bei Kleinkindern äußern sich unverarbeitete Negativerlebnisse außerdem durch plötzliche Trennungsängste, ein extremes Anklammerungsbedürfnis, Rückschritte in der Entwicklung von Sprache und Sauberkeit, aber auch durch plötzliches Erstarren oder einen ungezielten Bewegungsdrang.

 

Im Schulalter kommen Anzeichen einer Traumatisierung zunehmend in Aufmerksamkeits- und Konzentrationsproblemen, Reizbarkeit, Wutausbrüchen, sozialem Rückzug und Kontaktabbrüchen, durch Schulverweigerung, aber auch psychosomatische Beschwerden wie z.B. wiederkehrende Magen- oder Kopfschmerzen zum Ausdruck.

 

Gerade bei jüngeren Kindern ist es dabei häufig nicht leicht, Symptome einer Traumatisierung auf vorangegangene Erlebnisse zurückzuführen. Vielmehr können Kinder Situationen und Erfahrungen subjektiv als höchst bedrohlich und/oder angstauslösend erleben, ohne dass dies aus Erwachsenenperspektive unmittelbar schlüssig erscheinen muss. Auch wenn auftretende Symptome zunächst nicht mit einem vorangegangenen Erlebnis in Zusammenhang gebracht werden können, kann eine traumapädagogische Beratung daher lohnend sein, um gemeinsam mögliche Zusammenhänge zu ergründen und Lösungsansätze zu entwickeln.

 

Im Fokus traumapädagogischer Arbeit mit Säuglingen, Kleinkindern und Kindern bis zum (Vor)-Schulalter steht, in einem geschützten Rahmen und unterstützt durch die enge Begleitung einer Bezugsperson, belastende Erlebnisse aus der Vergangenheit auf schonende Weise aufzuarbeiten. Dieser Aufarbeitung geht eine ausführliche Vorbereitung und Besprechung der Vorgehensweise mit der Bezugsperson (und noch ohne das Kind selbst) zwingend voraus. Dabei wird für jeden Behandlungsschritt die ausdrückliche Einwilligung eingeholt. Auch in die unmittelbare Arbeit mit dem Kind selbst wird die Bezugsperson eng eingebunden, sodass sie für das Kind jederzeit als „sicherer Hafen“ unmittelbar präsent ist.

 

Wenngleich zunächst die Auflösung der mit der Traumatisierung verbundenen Symptome im Fokus der Behandlung steht, kann diese mittelbar auch den weiteren Entwicklungsverlauf des Kindes positiv beeinflussen. Solange belastende Erlebnisse aus der Vergangenheit nicht aufgearbeitet werden, ist der kindliche Organismus einem erhöhten Stressniveau ausgesetzt. Dies bindet vorhandene Kapazitäten, die somit für andere Entwicklungsaufgaben nur eingeschränkt zur Verfügung stehen. Gelingt es, mithilfe einer traumapädagogischen Behandlung den Belastungsgrad zu reduzieren und damit Stress abzubauen, werden auf diese Weise gleichzeitig Ressourcen reaktiviert, die positiv auf den weiteren Entwicklungsverlauf einwirken können.

 

Traumaberatung

Berlin